26. / 27. Feb 2018 – Townshipprojekt “Walk In The Light”

Die letzten 2 Tagen verbrachten wir bei Pietermaritzburg. Ich weiss nicht ob es leichter ist, die Lebensumstände der Menschen im Township zu ertragen, wenn man selbst in einer Gruppe ist, oder ob bereits ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten ist. Es ist immer noch sehr bedrückend, zu sehen, wie die Menschen dort leben und zu erfahren, was sie durchmachen, aber nicht mehr ganz so schlimm, wie bei meinem letzten Besuch. Und das obwohl wir diesmal mit dem Landrover auch in dem Teil des Townships waren, der schwer zugänglich und am ärmsten ist. Die Menschen, die wir dort besucht haben, sind von Aids und anderen Krankheiten noch schlimmer gezeichnet, als die, die wir in den anderen Teilen des Townships besucht haben. Die Rate der registrierten HIV Positiven liegt scheinbar schon seit ein paar Jahren stabil um die 40%. Der Zugang zu Medikamenten hilft sicher, die Symptome zu verringern und die Lebenserwartung zu steigern, aber die Infektionsrate geht dadurch nicht zurück. Immer wieder habe ich in den letzten drei Wochen gehört, dass man zwar in den Schulen aufklärt, es den jungen Menschen aber scheinbar egal ist und sie trotzdem oft ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Für mich fast unbegreiflich. 

In einem der kleinen Häuser, in dem wir eine junge Mutter besucht haben, kam auch eine Helferin vom Roten Kreuz dazu und der Unterschied zwischen ihr und Phindile (der Sozialarbeiterin von Walk In The Light) war ernüchternd. Neben der proaktiven Phindile, die versucht schnell und direkt zu helfen, die aber auch gerade heraus ihre Meinung sagt und dafür respektiert wird, war die Helferin vom Roten Kreuz ein regelrechtes graues Mäuschen, die sich von Phindile noch einiges abschauen kann.

Bei unseren Besuchen haben wir diesmal auch ein paar Mitbringsel und Einkäufe verteilt – die Brillen kamen bei den älteren FraUn sehr gut an, die Plüschtiere wurden teilweise skeptisch von den Kindern beäugt und teilweise gleich ins Herz geschlossen. Auch Medikamente, Verbände und Lebensmittel haben wir dort gelassen.

Während unserem Aufenthalt konnten wir diesmal auch sehen, wie das öl aus den geernteten Rose Geranium Blättern gepresst wird – ein wertvoller Rohstoff für die Sonatur Produkte. Bei meinem letzten Besuch konnte wegen dem schlechten Wetter nicht geerntet werden.

In Greytown hatte das Kinderheim für den Nachmittag noch eine Überraschung für Juliane geplant. Zu Ehren ihres verstorbenes Vaters haben sie ein Bank aufgestellt, unter einem grossen Baum mit Blick auf die Trampoline. Ein schöner Platz, von dem aus man den Kindern beim spielen zuschauen kann. Und alle Bewohner des Kinderheims waren da, um die Enthüllung der Bank zu feiern.