Südafrika - Filmprojekt für Siyabonga

19.-21. Februar 2019 - Township (Walk In The Light)

Die letzten Tage waren wir wieder im Township Projekt Walk In The Light bei Pietermaritzburg. Wie immer eine intensive Erfahrung aber auch schön, wenn man ein bisschen helfen kann. Am ersten Tag sind wir einkaufen gefahren - Erwachsenenwindeln für die Personen, die nach einem Schlaganfall Bedarf dafür haben. Da Schlaganfälle oft eine Nebenwirkung von Aids sind, gibt es davon im Township einige Menschen, in jeder Alterskategorie.

Wir haben unter anderem mit der Mutter eines 27-jährigen gesprochen, die sich schon seit mehreren Jahren um ihren Sohn kümmert, der einen Schlaganfall hatte, und dafür auch ihren Job aufgeben musste. Ich finde es beachtlich, wie liebevoll sie sich um den Jungen kümmert, ohne sich zu beklagen.

Als wir gerade bei einer Familie zu Besuch waren, wurden wir von einer Sozialarbeiterin der Klinik im Township angesprochen, ob wir nicht eine alte Dame zum Arzt fahren könnten. Da sie nicht gut laufen kann, ist es für sie sehr schwierig zu den öffentlichen Sammeltaxis zu kommen und damit zur Klinik zu fahren, wodurch sie schon seit mehreren Monaten keine Medikamente gegen HIV mehr genommen hat. Sie ist die Nachbarin des Jungen, den wir bei unserem letzten Besuch in die Klinik gefahren haben, ebenfalls weil er seit Monaten keine Medikamente mehr nahm weil er mit seinem Rollstuhl nicht in den Sammeltaxis fahren kann. Erfreulicherweise hatte er aber seinen Arzttermin letzte Woche wahrgenommen und nimmt nun wieder täglich seine HIV Blocker. Ich hoffe, er hält es auch weiterhin durch. Seine Tante ist vor über einem Jahr verstorben und Walk In The Light hatte sich um die Beerdigung gekümmert. Dafür hat die Familie sämtliche Unterlagen (Ausweis etc.) im Original an den Bestatter gegebenen, was auch völlig ok ist. Leider hat sich der Bestatter mittlerweile nach Johannesburg abgesetzt, hat seine Telefonnummer gewechselt und ist nicht mehr erreichbar. Die Originalunterlagen, sowie die ärztlich Bestätigung der Identität und des Todes, hat er nie zurück gegeben und ohne diese Dokumente bekommt die Familie keine Sterbeurkunde. Die Sterbeurkunde ist allerdings erforderlich, um sich legal um die hinterbliebene kleine Tochter kümmern zu können und Waisenrente zu beantragen. Alle bisherigen Versuche, über die Polizei oder Ämter an die Urkunde zu kommen, liefen ins Leere. An unserem letzten Vormittag in Südafrika haben wir uns trotzdem nochmal mit der Oma der kleinen Tochter auf den Weg zum Sozialamt gemacht, um zu hören, ob sie nicht doch die Sterbeurkunde ausstellen können. Nachdem sich auch 2 Stunden nach Türöffnung die Schlange keinen einzigen Schritt nach vorn bewegt hatte, schaffte es Phindile sich und die Oma an der Schlange vorbei zu mogeln und mit einem Beamten zu sprechen. Leider konnte der nicht helfen und schickte uns zurück zum Nachfolger des Bestatters, um dort nochmal zu fragen, ob er vielleicht doch irgendwo die Unterlagen in den Räumlichkeiten findet. Wie zu erwarten, gab es dort keine alten Akten mehr, aber er konnte uns zumindest die aktuelle Telefonnummer des damaligen Bestatters geben. Phindile rief ihn sofort an, erhielt aber nur Ausflüchte und offensichtliche Lügen zur Antwort. Von ihm wird die Oma keine Unterlagen mehr zurück bekommen und die Enttäuschung war der armen Frau ins Gesicht geschrieben. Vielleicht hilft eine eidesstattliche Erklärung bei der Polizei zu den Geschehnissen, um vom Sozialamt doch noch die Sterbeurkunde zu bekommen. Viele Hoffnungen hat Phindile allerdings nicht und ich finde es sehr schade, dass wir hier nicht helfen konnten.

Ansonsten sind es eher die kleinen Dinge, die wir im Township erledigen konnten, einem kleinen Mädchen das aufgeschlagene Knie desinfizieren und verbinden oder bei einer Frau die Gehhilfe wieder reparieren und einen provisorischen Gummipuffer aus altem Reifen und starkem Klebeband anzubringen.

Für die Sozialarbeiterin Phindile sind die Hausbesuche wichtig, um zu sehen, wie es den Menschen geht, ob sie ihre Arzttermine einhalten und Medikamente regelmässig einnehmen. Ohne Auto ist das bei der Grösse des Townships eine unmögliche Aufgabe und um so mehr hoffe ich, dass das notwendige Geld bald zusammen kommt, um einen gebrauchten Wagen zu kaufen, der nicht dauernd den Geist aufgibt, wie der mittlerweile ausrangierte Rover.

Normalerweise ist es recht einfach und problemlos mit den Kindern im Township in Kontakt zu kommen. Sie sind neugierig und freuen sich über ein bisschen Abwechslung, wenn mal Fremde zu Besuch sind. Bei einem kleinen Jungen sind wir aber partout nicht gut angekommen und auch die Oma konnte ihn nicht beruhigen. Keine Ahnung, ob er dachte, wir wären Ärzte und würden ihm eine Spritze geben oder ob er einfach Angst hatte vor unseren Kameras. Aber auch das wegpacken brachte nichts, so dass wir recht schnell zur nächsten Familie fuhren.

Im Township selbst haben wir drei Familien kurz interviewt und mit Phindile und dem Projektleiter Bruce nun alle geplanten Interviews abgeschlossen. Leider konnten wir nicht mit der Krankenschwester in der Klinik über die gesundheitliche Lage im Township sprechen, weil unsere Email-Anfrage bei ihrer Vorgesetzten nie ankam. Aber wir haben auch so viel Material zusammen. Da Robert die Filme dankenswerterweise ohne Aufwandsentschädigung für Siyabonga erstellt, werden sie erst im Sommer fertig sein. Und wie auch schon nach meinem letzten Besuch in 2018 wird es sicher noch eine Weile dauern, bis alle Eindrücke der letzten 3 Wochen verarbeitet sind. Es war toll, die Projektleiter und ihre Helfer wieder zu treffen und trotz den schwierigen Umständen auch immer wieder Fortschritte zu sehen. Aber die Lebensumstände vieler Familien kann man nicht einfach aus dem Gedächtnis verdrängen.




16.-18. Februar 2019 - Krüger Nationalpark

Dieses Wochenende wurden zwei kirchliche Kinderheime in Kwa Zulu Natal (wozu auch Greytown und Pietermaritzburg gehören) in einer Nacht-und-Nebel-Aktien geschlossen. Angeblich wegen Missbrauch, aber Details sind offenbar auch Pieter nicht bekannt, Anklagen wurden noch keine erhoben und Verhaftungen gab es auch noch keine. Die ca. 200 Kinder in den Heimen wurden auf andere Heime in der Region verteilt, auch Pieter’s Kinderheim hat 7 Kinder zugeteilt bekommen, womit das Kinderheim nun voll belegt ist. Die meisten von den zugeteilten Kindern sind weiss, was an sich kein grosses Problem sein sollte, obwohl es im Kinderheim Greytown schon seit vielen Jahren keine weissen Kinder mehr gibt, sondern überwiegend afrikanische, ein paar farbige und ein paar indische. Problematisch wird es aber, wenn die zugeteilten Kinder langfristig in Greytown bleiben und dort auch zu Schule gehen sollten. Nicht nur, dass die staatlichen Schulen in Greytown gut gefüllt sind und wahrscheinlich keine zusätzlichen Kinder mehr aufnehmen können; in den ersten Klassen wird lediglich auf Zulu unterrichtet, was die neuen Kinder laut Pieter wahrscheinlich nicht gut genug sprechen können. Kann man nur hoffen, dass sich die Situation bald klärt und die Kinder vielleicht sogar in ihre gewohnte Umgebung zurück können.

Obwohl die Kinder in Greytown am Abend des 15. Februar eingezogen sind, haben Robert und ich sie nicht mehr kennengelernt. Für uns ging es am Morgen des 16. Februar nach Durban zum Flughafen, um in den Norden zum Krüger Nationalpark zu fliegen. Einen kurzen Abstecher in die Innenstadt von Durban mussten wir allerdings noch machen, da wir Coach vom Kinderheim mitgenommen haben. Er wird am Wochenende zum ersten Mal Vater und wollte natürlich bei der Geburt dabei sein.

Im Unterschied zum Nambiti Park ist Krüger einfach nur riesig mit wenigen Strassen, auf denen Besucher fahren dürfen. Die Distanzen kann man da leicht unterschätzen und im Nachhinein würde ich unsere zwei Unterkünfte im Park wahrscheinlich auch anders wählen. Zumindest, wenn man morgens und abends eine geführte Tour machen möchte. Die beiden Unterkünfte, die wir hatten (im Süden und in der Mitte des Parks) lagen schon 150km auseinander, wenn man dann noch die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit berücksichtigt und auch noch Stopps machen möchte, wenn man Tiere sieht, bleibt nicht mehr viel Zeit zum entspannten fahren.

Unsere morgendliche Tour vom ersten Camp aus war zwar, was die Tiere angeht, sehr schön (Büffel, Nashorn, ein Löwe in der Entfernung, und noch viele andere), aber der Ranger war wirklich nicht gut. Teilweise hatte ich das Gefühl, er macht sich eher über die Tiere lustig, um die Touristen zu belustigen, als dass er wirklich informiert hätte und sein Wissen teilt. Da war die abendliche Tour vom zweiten Camp aus schon wesentlich besser, informativ und respektvoll den Touristen und Tieren gegenüber. Eine Gruppe Elefanten hat sich vor uns aufgestellt, als würden sie für ihr Familienalbum posieren, ein wirklich schöner Moment.

Auf der Fahrt zurück zum Flughafen hatte ich eine kleine Schrecksekunde, als plötzlich aus dem dichten und hohen Gras eine Lösen auf die Strasse lief. Ganz gemächlich, so dass wir noch gut abbremsen konnten, aber wir haben sie vorher gar nicht gesehen. Dann lief sie so lange vor uns her, bis uns ein Auto entgegen kam und sie auf der anderen Seite im Gras verschwand. Das entschädigt zumindest ein bisschen dafür, dass wir leider keinen Leoparden gesehen haben.

Wieder zurück in Durban ging es mit dem Auto ins den Südwestlichen Teil von Pietermaritzburg (auf der gegenüberliegenden Seite von Walk In The Light). Dort waren wir ja noch mit einem ehemaligen Bewohner des Kinderheims verabredet, um ihn zu seiner Zeit im Heim zu interviewen. Nun sind auch alle Filmbeiträge zu diesem Projekt im Kasten (bzw. auf der SD Karte) und der Fokus unserer letzten Tage liegt voll auf dem Township Projekt.




15. Februar 2019 - Kinderheim

Der Tag startete wiedermal zeitig, weil wir mit Devine verabredet waren (dem Mädchen, das wir für den Film interviewen), um sie zur High School zu begleiten. Zusammen mit den anderen Kindern in der Greytown High School kann sie vom Kinderheim aus in ca. 20 Minuten zur Schule laufen. Devine ist jetzt im letzten Jahr und wir die Schule Ende 2019 abschliessen. Da sie in vielen Fächern sehr gut ist, möchte sie studieren und muss sich daher im Laufe des Jahres den Universitäten bewerben.

Da wir in der High School selbst nicht gefilmt haben, hatten wir am Vormittag Zeit, um nochmal ein paar Fragen an den Direktor vom Kinderheim (Pieter) zu stellen und eine der Child Care Worker zu stellen, die jeweils für eines der Häuser verantwortlich sind und die Kinder dort betreuen. In jedem Haus leben zwischen 20 und 32 Kindern, was vor allem am Morgen und zu den Essenszeiten immer ein ganz schönes Gewusel ist. Da braucht man wirklich Leidenschaft für seinen Beruf und eine Engelsgeduld.

Heute hatten wir ausserdem noch Besuch von der Greytown Gazette, der lokalen Zeitung. Sie hatten Pieter Anfang der Woche kontaktiert und wollten gern etwas über das Kinderheim berichten. Pieter hatte von unserem Filmprojekt gesprochen und gesagt, der Reporter solle sich doch mit uns unterhalten. Das Ziel des Artikels konnten wir zwar im Gespräch nicht rausbekommen - zumal mehr Fragen zum Dorfprojekt Muden und Keates Drift gestellt wurden - aber ich hoffe, dass es trotzdem ein guter Artikel wird.

Den Nachmittag haben wir dann wieder mit den Kindern im Kinderheim und mit Devine verbracht. Es ist wirklich schwierig, sich auf dem Gelände zu bewegen, ohne gebeten zu werden, Fotos zu machen. Es gibt in etwa eine Handvoll kleine Kinder, die immer wieder ankommen und gefühlt auf jedem zweiten Foto sind. Das Interview mit Devine haben wir am Abend interviewt, während die anderen Kinder beim Abendessen waren. Dafür hatten wir auf dem Gelände unsere Ruhe. Am Montag Abend sind wir noch mit einem Jungen verabredet, der bis Ende 2018 ebenfalls im Kinderheim gewohnt hatte. Somit haben wir fast alle Beiträge zum Kinderheim zusammen und konnten in den letzten zwei Wochen das Leben hier und die unterschiedlichen Aspekte gut einfangen.

Mit dem Wetter hatten wir heute auch recht viel Glück. Der Regen kam erst am späten Abend und Stromausfall gab es ebenfalls heute keinen, obwohl er ursprünglich angekündigt wurde.

 

Morgen Vormittag verlassen wir das Kinderheim auch schon wieder. Das kommende Wochenende sind wir im Krüger Nationalpark und ab Montag Abend wieder im Township-Projekt Walk In The Light, bevor wir am Donnerstag Abend zurück fliegen. Da wir im Township kein Internet haben, kann es sein, dass der nächste und letzte Bericht erst nach unserer Rückkehr online ist.




14. Februar 2019 - Suppenküche & Kinderheim

Unser letzter Besuch in der Suppenküche. Eigentlich wollten wir nur kurz bleiben, um dem Projektleiter Mr. Aheer und ein oder zwei seiner Helfer ein paar letzte Interviewfragen zu stellen, aber wie das meistens so ist, dauerte doch alles ein bisschen länger und wir blieben bis zum Schluss der Essensausgabe.

Diese Woche habe ich in Greytown Fotos ausdrucken lassen, die ich bei unseren letzten Besuchen in der Suppenküche gemacht hatte und den Grossteil davon konnten wir bereits heute an die jeweiligen Personen verteilen, worüber sich alle gefreut haben. Sobald wir die Fotos rausgeholt hatten, kamen die ersten zu uns und halfen uns, die richtigen Empfänger zu finden, wenn sie da waren. Für mich ist das sehr hilfreich, da ich zugeben muss, dass ich nicht immer auf den ersten oder zweiten Blick erkenne, wer zu welchem Foto gehört.

Obwohl ich nicht geplant hatte, heute nochmals Bilder zu machen, kam ich nicht drum herum. Die muss aber das Team um Mr. Aheer zu einem späteren Zeitpunkt ausdrucken und verteilen. Da es letztes Jahr mehrere Monate gedauert hat, bis die Fotos per Post den Weg nach Greytown gefunden hatten, werde ich dieses Jahr keine von Deutschland aus verschicken. Für den nächsten Besuch wäre es sicher sinnvoll einen mobilen Minidrucker mitzubringen, damit die Bilder direkt gedruckt und verteilt werden können.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir im Kinderheim. Der Plan war eigentlich, dass wir einem der Mädchen folgen, um Filmmaterial zu bekommen. Das Interview mit ihr ist für morgen geplant. Kurz nachdem wir anfingen zu filmen, machten uns aber sowohl der Regen als auch ein erneutes Abstellen des Stroms einen Strich durch die Rechnung. Draussen war es wegen dem Dauernieselregen schwierig zu filmen und die meisten Kinder blieben sowieso im Haus. In den Häusern selbst passierte aber auch nicht all zu viel am Nachmittag wegen dem Stromausfall, Generatoren gibt es leider im Kinderheim nicht.

Die Fussballmannschaft vom Kinderheim hat für 2018 in der Region um Greytown sogar den zweiten Platz und somit eine Silbermedaille gewonnen, worauf die Jungs völlig zu Recht mächtig stolz sind. Es wäre schön, wenn sie noch stärker gefördert werden könnten, auch wenn Coach sein möglichstes tut. Aber es fehlt z.B. schon an ordentlichen Fussballschuhen in den grösseren Schuhgrössen. Einer der Jungs hatte mich sogar direkt angesprochen, ob ich ihn sponsern würde. Er scheint viel Talent zu haben und ich hoffe, dass er es zumindest mal in eine Mannschaft schafft, die nicht nur das Kinderheim, sondern ganz Greytown bei Spielen vertritt.




13. Februar 2019 - Dorfprojekt (Keates Drift)

Ausnahmsweise sind wir am Abend vom Stromausfall verschont geblieben. Dafür ging am Morgen nichts mehr. Immerhin ist es dann hell und wir brauchten keine Taschenlampe, nervig ist es mit der Zeit trotzdem. Aber die Menschen hier nehmen es mit viel Gelassenheit hin.

Mittlerweile sind wir auch schon wieder so lange in Südafrika, dass die “letzten Male” beginnen. Heute sind wir das letzte Mal mit Karel rausgefahren, um die Vorschulen und Familien im Dorfprojekt zu besuchen. Nach einem erneuten Grosseinkauf und entsprechend voller Ladefläche ging es nach Keates Drift, um 7 Familien Lebensmittel und andere benötigten Dinge zu bringen. Einige von ihnen haben lediglich ein Dach über dem Kopf, vielleicht noch einen Kochtopf sonst nichts weiter, keine Matratze oder Bett und nur die Kleidung, die sie anhaben. Eine Frau hatte heute das selbe T-Shirt an, wie letztes Jahr, und es hatte schon damals viele Löcher.

Teilweise sehen die Lehmhütten auch nicht mehr so gut aus und wenn es weiterhin jeden Abend regnet, würde es mich nicht wundern wenn die ein oder andere bald nicht mehr steht. Im Vergleich zum Township bei Pietermaritzburg stinkt es hier aber nicht in den Hütten. Meist findet sich irgendwo in der Nähe ein kleines Toilettenhäuschen, das von der Regierung aufgestellt und mit einem effektiven Mix aus Bakterien ausgestattet wurde, so dass auch da keine Gerüche entstehen.

Wie schon letztes Jahr sieht man kaum Männer in den Dörfern, sondern hauptsächlich Frauen und Kindern. Wenn die Frauen verheiratet sind oder Freunde haben, sind deren Männer meist in den Städten und versuchen als Tagelöhner zu arbeiten. In die Dörfer kommen sie nur selten zurück und dann auch immer nur kurz. Geld bringen sie  meist auch keines mit oder zumindest nicht viel. Die Frauen in den Dörfern arbeiten in der Regel nicht, weil sie sich um die Kinder kümmern müssen. So lange die noch klein sind oder zur Schule gehen, erhalten die Mütter staatliche Zuschüsse, von denen sie ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen.

In den letzten Tagen hat es in Greytown abends stark geregnet. Das heisst zwar nicht, dass auch die Dörfer Muden und Keates Drift Regen abbekommen, aber im Moment sind auch dort die Strassen ausgewaschen. Bei einer Familie hat sogar Karel gesagt, er fährt nicht bis zur Hütte und sie haben ihre Lebensmittel dann mit einer Schubkarre den Hügel hoch geschoben. Mit unserem Mietwagen hätte ich ihm da nicht hinterher fahren wollen, auch wenn wir einen SUV haben. In Greytown und Umgebung ist im Sommer (also jetzt) Regenzeit, sobald es Winter wird, wird es auch wieder trockener und die Wege sollten wieder besser befahrbar sein.

Am Morgen sind Robert und ich mit dem Schulbus mitgefahren, um einen Teil der Kinder zur Schule zu bringen. Die anderen Kinder können entweder zur Schule laufen oder gehen noch in die Vorschule / Kindergarten nur einen Strassenblock vom Kinderheim entfernt. Am Nachmittag habe ich Robert an einer der Schulen abgesetzt, damit er dort die Kinder filmen und bei der Heimfahrt im Bus begleiten konnte. In den 20 Minuten, die ich vor ihm wieder im Kinderheim war, habe ich es noch nicht mal vom Parkplatz weg geschafft. Kaum dass ich angekommen bin, war ich auch schon von Kindern umringt, die alle ein Foto wollten oder - noch besser - gleich meine Kamera. Die meisten Bilder sind kunstvoll verwackelt, tolle Aufnahmen vom Boden (mein Objektiv ist für die 4 bis 5 Jährigen wohl doch noch etwas zu schwer), oder unscharf, weil alle direkt vor der Linse stehen wollten. Ein “normales” Bild von den Kindern hier zu bekommen, ist sowieso nicht gerade leicht, weil sofort posiert wird, wenn sie die Kamera sehen. Manchmal ein bisschen schade, aber so ist es eben.




12. Februar 2019 - Suppenküche

Heute Morgen sind wir extra ein bisschen früher in die Suppenküche gefahren, weil Robert noch filmen wollte, wie das Essen vorbereitet wird. Dazu sind wir letzte Woche nicht gekommen, weil wir in der Zeit das Interview mit dem Projektleiter Mr. Aheer gedreht haben. In der Suppenküche angekommen wurden wir mit offenen Armen empfangen und ich direkt zum Mithelfen (Schälen und Schnippeln) eingeteilt, weil die Köchin Shamita sich leider krank gemeldet hatte. Jeder verfügbare Helfer wurde angerufen und gebeten, früher als gewöhnlich in die Küche zu kommen, um zu helfen. Wie das funktionieren soll, wenn Shamita mal nicht mehr da ist, weiss ich nicht. Mr. Aheer vertraut bei der Nachfolgeplanung stark auf Gott, was ich gar nicht in Frage stellen möchte. Aber es wäre beruhigender zu wissen, dass es jemanden gibt, der bereits eingearbeitet wird und bereit ist alles zu übernehmen, falls er oder jemand vom Team ausfällt.

Auf der anderen Seite ist es aber schön zu sehen, dass sie proaktiv die Menschen ansprechen, die Essen holen, ob sie nicht etwas länger bleiben können und für eine extra Portion Essen noch sauber machen oder aufräumen. Das scheint mittlerweile gut zu funktionieren, und es sind immer andere Personen, die noch länger bleiben.

Das Essen war rechtzeitig fertig dank aller Helfer. Und während es vor sich hinköchelte, wurden von einer Plantage Obst- und Zitrusbäume gebracht. Mr. Aheer hatte arrangiert, dass für jeden regelmässigen Helfer ein Bäumchen im Garten gepflanzt werden konnte. Wie auch schon bei den 5 Bäumen, die unsere Siyabonga Delegation letztes Jahr pflanzen durfte, wurde das Einsetzen eines jeden Baumes zelebriert und es wurden viele Fotos gemacht. Für Siyabonga durfte ich einen Granatapfelbaum am Ende des Gartens einpflanzen, der hoffentlich in 3 Jahren die ersten Früchte trägt.

Die Tage vergehen im Moment wie im Flug. Nachdem wir aus der Suppenküche zurück waren, haben sich Robert und ich besprochen, welche Aufnahmen und Interviews wir in den kommenden Tagen noch brauchen. Und dann war es auch schon wieder Zeit für Abendessen zusammen mit den Kindern. Da wir unter anderem eines der älteren Mädchen porträtieren und gestern nicht gefilmt haben, waren wir heute Abend nochmal bei den älteren Mädchen. Diesmal mit Kamera, um rund um das Essen und auch die Aktivitäten im Anschluss zu filmen.

Auch heute Abend wurde wieder pünktlich 18.30 Uhr der Strom abgestellt und das Kinderheim in Dunkelheit getaucht. Ich dachte ja, ich habe meine Taschenlampe für das Township Projekt Walk In The Light dabei. Aber dort hielten diesmal die Batterien, die aus den Solarpannels geladen werden erstaunlich gut und lange durch, so dass wir auch an trüben Tagen abends noch Strom hatten. Stattdessen brauche ich meine Taschenlampe nun jeden Abend im Kinderheim, weil es hier keine Generatoren gibt. Und das Abstellen des Stroms geht wohl noch ein paar Tage oder auch Wochen jeden Abends so weiter. Da einzig Gute ist, dass es in einer App und online angekündigt wird. So dass die Kinder ihren Tagesablauf leicht umstellen und die Hausaufgaben nicht nach, sondern vor dem Abendessen erledigen.

Ohne Strom geht hier die Wasserpumpe nicht mehr, so dass auch Zähneputzen und Waschen eine kleine Herausforderung wird und so kurz gehalten werden muss, dass man noch das restliche Wasser in der Leitung nutzen kann.




11. Februar 2019 - Dorfprojekt (Muden)

Gestern Nachmittag konnten wir noch ein paar schöne Aufnahmen von den Kindern im Kinderheim machen, wie sie auf dem weitläufigen Gelände spielten, im Pool plantschten oder einfach in Gruppen zusammen sassen und den freien Nachmittag genossen.

Den Vormittag haben wir heute wieder mit Karel verbracht, der sich um die Vorschulen und ein paar Familien in den Dörfern Muden und Keates Drift kümmert. Auf seiner Ladefläche waren diesmal nicht nur Lebensmittel für bedürftige Familien, sondern auch ein Wassertank, der in der Vorschule in Muden aufgestellt wurde. Beim Abladen und Aufstellen halfen auch die Erzieherinnen, auch wenn ihre schönen Kleider dabei leider etwas schmutzig wurden. Der Tank muss noch an die Dachrinne angeschlossen werden und es braucht noch einen Wasserhahn, aber das kommt sicher beides bald. Hätten wir ihn schon heute an die Dachrinne anschliessen können, wäre das perfekt gewesen, weil er sich dann direkt mit dem Regen heute Abend hätte füllen können. Aber man kann eben nicht alles auf einmal haben.

Kaum dass Karel keinen Tank mehr auf der Ladefläche hatte, wurden ein paar Frauen mitgenommen, die zum Markt wollten. Von Muden aus wäre das ein ganzes Stück zu laufen und so nahmen sie auch den Umweg in Kauf, den wir machten, um das Gemüse, Salz, Öl, Seife und die anderen Sachen zu verteilen.

Auch hier kannte ich einige Familien noch vom letzten Jahr. Eine hatten wir in 2018 zu sammeln mit Jule mit Babykleidung ausgestattet. Was ich bisher allerdings nicht wusste, ist warum die Babys und Kleinkinder in der Regel keine Hosen bzw. Strampler tragen - so wird sicher gestellt, dass sie nicht die Hosen voll machen. Da Windeln sehr teuer sind, ist das eigentlich eine gute Methode, wie ich finde, wenn auch für Europäer etwas befremdlich. Bei der selben Familie ist vor kurzem das Wohnhaus eingestürzt. Zum Glück ist niemandem etwas passiert, und sie haben schon wieder ein neues Lehmhaus errichtet, aber trotzdem nicht schön. Dem Regen konnte der Lehm einfach nicht dauerhaft standhalten. Um so trauriger, weil bei der selben Familie vor ein paar Jahren erst eine Rundhütte abgebrannt war. Mittlerweile kochen sie in einem separaten Raum und nicht mehr im Haupthaus, in dem sich normalerweise alles abspielt.

Am Abend waren wir zum Essen in einem der Häuser des Kinderheims eingeladen - das mit den älteren Mädchen. Kaum, dass wir mit dem Essen fertig waren, fiel der Strom aus. Es war ein Ausfall mit Ankündigung, der regelmässig stattfindet. Ich kann mich zwar nicht erinnern, dass wir das letztes Jahr schon hatten, aber scheinbar gibt es das bereits seit Jahren. Da die Energiefirma hoch verschuldet ist und nicht so viel Strom produziert, wie verbraucht wird (unter anderem wegen den ganzen illegalen Nutzern in Townships), wird in ganz Südafrika immer wieder den einzelnen Regionen für mehrere Stunden der Strom abgestellt. Für die Mädchen eine willkommene Ausrede, keine Hausaufgaben nach dem Abendessen machen zu müssen. Stattdessen wurden verschiedene Spiele gespielt (z.B. stille Post und Reise nach Jerusalem) und getanzt. Robert und ich mussten natürlich bei allem mitmachen und waren hinterher ganz schön groggy. Aber dafür wurden wir für morgen Abend gleich wieder eingeladen. Und es ist toll zu sehen, wie sehr alle darauf achten, dass bei allen Aktivitäten jeder einmal dran sein sollte oder ausgewählt wird. Es wird niemand übersehen oder vergessen, was auch zur Verbindung der Kinder untereinander beiträgt.




8. - 10. Februar 2019 - Nambiti Nationalpark

Südafrika - das Land der krassen Gegensätze. Als wir im Nambiti angekommen sind, habe ich unsere Reiseplanung angezweifelt. Direkt vom Township in diesen Nationalpark und die noble Unterkunft zu fahren, ist wie der Wechsel von Nacht zum Tag auf Knopfdruck. Gerade waren wir noch in der überfüllten Klinik und dann plötzlich in einer weitläufigen Unterkunft mit Infinity Pool von dem aus man in die Weite schauen kann und mit etwas Glück die vorbei trottenden Zebras, Giraffen, Warzenschweine und verschiedene Antilopenarten sieht.

Im letzten Jahr war ich unter anderem mit Juliane im Nambiti und weil wir damals viele Tiere gesehen haben, hatte ich Robert den Vorschlag gemacht, hierher zu kommen. Wir hatten sogar wieder die selbe Rangerin wie im letzten Jahr, die sich trotz der vielen Gäste auch noch daran erinnern konnte, dass ich schon mal mit anderen Freunden hier war. Und wie in 2018 waren unsere Fahrten durch den Park auch dieses Jahr wieder wunderbar.

Unsere erste Fahrt war schon speziell weil wir recht nah an einen Elefantenbullen herangekommen sind und ein paar Giraffen direkt neben unserem Auto standen. Auch die anderen Touren durch den weitläufigen Park waren eindrucksvoll. Wir haben unter anderem Schakale, einen Serval, Büffel und Nilpferde gesehen. Amy - unsere Rangerin - hat sogar bei Dunkelheit im Vorbeifahren noch ein kleines Chamäleon entdeckt, das uns nie aufgefallen wäre. Morgens konnten wir zwei Löwen beobachten, die eine Herde Gnus aufgeschreckt hatten, obwohl sie nur gemächlich vorbei liefen und nicht auf Jagd waren. Und abends sahen wir aus aller nächster Nähe, wie ein junger Elefantenbulle einen alten Bullen so lange spielerisch herausforderte, bis seine Mutter eingriff. Wir mussten den beiden mit dem Auto immer wieder ausweichen, um nicht auch noch dazwischen zu geraten. Ein sehr spezieller Augenblick. Als Abschluss sahen wir auch noch eine Gepardin mit ihren zwei Söhnen, die erst seit ein paar Monaten in Nambiti sind.

Unser erste Nacht begann mit einem kurzen Schreckmoment. In dem Augenblick, in dem ich meinen Rucksack in unserem Zelt neben dem Bett abstellte, huschte etwas kleines schwarzes an mir vorbei unter meinen Schuh. Als ich den anhob sass darunter ein kleiner Skorpion. Ich wusste gar nicht, dass es die hier auch gibt. Zum Glück war er ebenso erschrocken wie wir, so dass Robert ein Glas über ihn tun konnte. Am nächsten Morgen wurde er dann wieder in die Freiheit entlassen. Ein anderer Ranger zeigte uns vor der Abfahrt eine Kobra, die er in der Vorratskammer eingefangen hatte und die gar nicht erfreut darüber war und ihr Gift grosszügig im Transportbehälter verteilte. Auch die wurde wieder in der Natur ausgesetzt.

Es war ein ereignisreiches und tolles Wochenende. Dass wir jeweils schon 4.30 Uhr aufstehen mussten, um vor Sonnenaufgang unterwegs zu sein, nahmen wir dafür gern in Kauf. Aber um so müder sind wir dann auch wieder in Greytown angekommen, wo unser Programm im Kinderheim weitergeht.




7. Februar 2019 - Township (Walk In The Light)

Wie auch schon vergangenen Jahr ist der Gegensatz zwischen Greytown und dem Township gross. Da hilft es auch nur wenig, dass ich wusste, was mich erwartet und ich mich darauf einstellen konnte. Ich kann deswegen gut nachfühlen, wie es Robert nach dem ersten Tag bei den Familien in Copsville geht. Man kann noch so oft im Fernsehen Bilder aus Townships sehen oder darüber lesen, es ist was ganz anderes, wenn man dann auch noch die anderen Sinneseindrücke dazu hat - vor allem den Geruch. Es ist schockierend und teils auch deprimierend zu sehen, in welchen Verhältnissen die Menschen hier leben.

Die meisten Familien, die wir mit der Sozialarbeiterin Phindile besucht haben, kannte ich noch vom letzten Jahr. Leider sind in der Zwischenzeit einige verstorben und besonders der Selbstmord eines intelligenten Jungen, der eigentlich studieren wollte, schockiert mich. Es ist schlimm, wenn man keinen anderen Ausweg aus den armen Verhältnissen sieht, als sich das Leben zu nehmen. Genauso schlimm finde ich es aber auch, wenn man einfach resigniert und gar nicht mehr versucht, etwas aus den wenigen Möglichkeiten zu machen, die die Menschen hier haben. Um so wichtiger finde ich, dass es jemanden wie Phindile gibt, die wenigstens versucht, die Menschen zu unterstützen, auch wenn all ihre Hilfe nur ein Tropfen auf dem heissen Stein ist.

Im Moment hat Walk In The Light kein Auto, da der alte Land Rover mal wieder kaputt ist und diesmal auch nicht mehr repariert werden kann. Ich hoffe, dass sich Bemühungen vom Projektleiter Bruce bald auszahlen und ein anderes Auto zur Verfügung steht, um vor allem die Krankenbesuche wieder durchführen zu können. Das fehlt den meisten Familien, vor allem, wenn sie sich die Sammeltaxis nicht leisten können. Aus diesem Grund sind wir auch am nächsten Morgen nochmal kurz ins Township gefahren, um einen Jungen zur Klinik zu bringen. Da er schon seit mehren Monaten keine HIV Medikamente mehr genommen hat, muss er zunächst einen Arzt sehen, bevor er wieder Medikamente verschrieben bekommt. Bei den HIV Medikamenten ist es extrem wichtig, dass sie regelmässig ohne Unterbrechung genommen werden und das manchen Menschen die Konsequenzen von einem Unterbruch oder gar Abbruch egal zu sein scheinen, ist für mich nicht nachvollziehbar. In der Klinik konnten wir auch kurz mit der Managerin sprechen, die uns einen winzigen Einblick in den Klinikalltag und die Medikamentenvergabe gegeben hat. Insgesamt 5 Containerartige Baracken an zwei Standorten versorgen im Township mehr als 10’000 Personen. Das ist zumindest die offizielle Zahl, inoffiziell wird Copsville auf ca. 30’000 Menschen geschätzt, da in einigen Teilen des Townships mehrere Familien zusammen in den winzigen Lehmhütten wohnen.

Gefilmt haben wir im Township diesmal noch nicht. Auch wenn niemand gesagt hat, dass er oder sie nicht gefilmt werden will, werden wir das erst beim nächsten Besuch in 10 Tagen machen. Dann haben sie auch Robert schon mal gesehen und sind nicht so überrumpelt von unserem Anliegen.

Auch im Township haben wir denjenigen, die ich letztes Jahr fotografiert habe, die Fotos gegeben. Viele haben bisher gar keine Bilder von sich und entsprechend haben sie sich darüber gefreut. Die Fotos der Verstorbenen haben wir den Verwandten als Erinnerung gegeben.

Auf der Farm, die zu Walk In The Light gehört, läuft alles wie bisher. Im Moment wird Rosmarin geerntet und das Öl daraus gepresst. Über dem ganzen Gelände liegt ein wunderbarer Duft, ein starker Kontrast zu den Gerüchen im Township.




6. Februar 2019 - Kinderheim

Jeder Tag im Kinderheim beginnt für die Angestellten mit gemeinsamen Gesang und einem Gebet. Auch 100 Jahre nach der Gründung des Kinderheims durch die Kirche spielt der christliche Glauben immer noch eine zentrale Rolle. Und auch wenn ich nicht so gläubig bin, finde ich es schön, dass sie mit einem Lied in den Tag starten.

Unser erstes Interview heute hatten wir mit Futi, einer der Sozialarbeiterinnen. Die Schicksale der Kinder, mit denen sie tagtäglich spricht, sind teilweise wirklich schlimm. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich langfristig die Kraft hätte, so einen Job zu machen. Viele der Kinder wurden von angehörigen misshandelt oder vernachlässigt. Was sie durchgemacht haben, bevor sie ins Kinderheim gekommen sind, ist teilweise wirklich unfassbar. Um s wichtiger ist es, dass es Menschen wie Futil gibt, die sich die Zeit nehmen, um zuzuhören und so gut we möglich zu helfen, das Erlebte zu verarbeiten.

Im Anschluss ging es kurz zur Krankenstation. Da die verantwortliche Krankenschwester Ende letzten Jahres pensioniert wurde, gibt es nun jemand neues. Sowohl für die Krankenstation als auch bei den Sozialarbeitern wurde in den letzten Monaten ein Mann eingestellt. Somit haben vor allem die Jungs nun zusätzliche Ansprechpartner, ausser Coach, wenn sie nicht mit einer Frau reden wollen. Durchaus eine positive Entwicklung, wie ich finde und ich hoffe, dass diese beiden neunen Mitarbeiter möglichst lange im Kinderheim bleiben. Die meisten Mitarbeitenden sind schon seit vielen Jahren dabei, was vor allem auch den Kindern hilft, um Vertrauen aufzubauen und sich zu öffnen.

Auch der Director Pieter musste heute seine Kamerascheu ablegen und ein Interview mit uns führen. Auch wenn es für ihn nicht so einfach ist, die Kamera zu ignorieren bzw. zu vergessen, hat er sich wacker geschlagen und einige interessante Informationen gegeben. Relativ viel Zeit verbrachten wir heute mit dem Coach bzw. Im Computer- und Lernzimmer. Coach gibt dort Einführungen in den Umgang mit Internet und PCs und macht Hausaufgabenbetreuung für die kleinen Kinder. Ich freue mich sehr, dass die 10 PCs, die Labdoo gespendet hat, wohlbehalten im Kinderheim angekommen sind. Noch schöner finde ich es, dass sie auch noch rege genutzt werden. Jeder einzelne Platz war belegt, als wir nach Schulschluss dort waren und ein paar mussten deswegen sogar ihre Recherchen auf später verschieben. Alle PCs funktionieren einwandfrei und die Arbeitsplätze wirken viel aufgeräumter als noch vor einem Jahr, wo viele kaputte und daher ungenutzte PCs auf den Tischen standen. Coach nutzt den Raum auch, um die ganz kleinen Kinder zu unterrichten, das Alphabet oder zählen beizubringen. Bei den Kids kommt er sehr gut an und er geht wirklich toll mit allen Kindern um.

Nächste Woche werden wir gezielt mit einer der Hausmütter und ein oder zwei Kindern sprechen, um auch ihre Erfahrungen in den Film einbauen zu können.

Im Moment muss jedes Haus eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen, in denen die Kinder über das korrekte verhalten im Brandfall aufgeklärt werden. Heute war das Haue mit den kleinen Mädchen an der Reihe und alle hörten nicht nur aufmerksam zu, sondern beantworteten auch mit viel Eifer die Fragen der Brandschutzbeauftragten. Und da sie das Haus im Affenzahn verlassen können - zwar mit viel Lärm, aber immerhin sehr schnell - muss man sich um ihr Wohlergehen im Brandfall keine Sorgen machen. :o)




5. Feb 2019 - Suppenküche

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Suppenküche in Greytown. Kurz nachdem wir dort herzlich empfangen wurden, traf auch schon der Projektleiter Mr. Aheer ein. Während in der Küche noch das heutige Essen vorbereitet wurde, nutzen wir die Zeit, um das Interview mit Mr. Aheer zu beginnen. Jedes Mal, wenn er von seinem Leben erzählt, bin ich beeindruckt. Wer hätte vor ca. 60 Jahren, als er begann mit seinem Eselskarren Gemüse zu verkaufen, schon gedacht, dass er jemals so erfolgreich werden würde und ihm heute mehrere grosse Supermärkte und ein Baumarkt gehören? Er und seine Familie haben es trotz aller Unwägbarkeiten wirklich weit gebracht.

Kurz bevor die Suppenküche ihre Tore öffnete traf auch noch eine Lieferung mit Mais ein. Umliegende Farmer und Grossbetriebe spenden immer wieder Kürbisse oder Kohl oder andere Lebensmittel. Wenn es zu viel ist, um es zum Kochen zu verwenden, bekommen die Menschen, die in die Suppenküche gehen, davon noch zusätzlich etwas zur warmen Mahlzeit mitgegeben. Da im Moment viele Kürbisse, aber eben auch Mais, vorrätig sind, gab es heute sogar von beidem etwas. Auch für das Kinderheim konnten wir eine ganze Kofferraum-Ladung Mais mitnehmen, der direkt zum Abendessen serviert wurde.

Der Garten der Suppenküche ist mittlerweile kaum noch wieder zu erkennen. Auf gut zwei Dritteln der Fläche wird ebenfalls Mais angebaut, der wie wild wuchert und gedeiht und der Rest des Gartens ist mit Kürbissen und Obstbäumen bepflanzt. Darunter sind natürlich auch noch die kleinen Bäumchen, welche die Siyabonga Delegation im vergangenen Jahr gepflanzt hatte. Alles wächst prächtig und trägt hoffentlich bald Früchte.

Mittlerweile gibt es auch ein Bohrloch, um Grundwasser zu erhalten und unabhängiger zu werden. Es sind zwar noch nicht alle Leitungen verlegt, um es zu nutzen, aber das soll in absehbarer Zeit der Fall sein. 

Auch schön zu sehen, dass es mittlerweile ein paar wenige Personen gibt, die für eine extra Portion Essen noch etwas mithelfen, sei es zu putzen oder Essen und Getränke zu verteilen. So wie es den Eindruck macht, kommen diese Personen aber leider nicht sehr regelmässig. Auch einen potenziellen Nachfolger für Mr. Aheer konnte man bisher leider noch nicht finden.

Da die Fotos, die ich letztes Jahr von den Menschen gemacht habe, die zur Essensausgabe gekommen sind, in der Zwischenzeit noch nicht verteilt wurden, haben wir heute damit angefangen. Wenn sich jemand auf einem Foto wiedererkannt hatte, war die Freude entsprechend gross. Alle anderen waren dann neidisch und wollten auch direkt ein Foto haben, so dass ich doch wieder mehr Portraits gemacht habe, als ich ursprünglich dachte. Damit es nicht wieder ein Jahr dauert, bis die Fotos verteilt werden, hoffe ich, dass ich in Greytown ein Geschäft finde, in dem ich sie ausdrucken kann.

Im letzten Jahr hatten wir ausserdem noch einen Grosseinkauf für Küchenutensilien gemacht und der Suppenküche geschenkt. Besonders die grossen Töpfe und stabilen grosse Löffel zum Umrühren sind ständig in Gebrauch, was mich natürlich auch sehr freut.

Den Tag liessen Robert und ich dann im Kinderheim im Hause mit den grossen Jungs ausklingen, bei denen wir zum gemeinsames Abendessen eingeladen waren und anschliessen noch ein wenig Plaudern mit der Hausmutter Anna geplaudert haben. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie gut sie die 27 Teenager im Griff hat, ich würde mir das nicht zutrauen.

 

Der nächste Bericht wird leider erst am Freitag oder Samstag online sein, da Robert und ich morgen Abend ins Township (Walk In The Light) fahren, wo wir kein Internet haben.





4. Feb 2019 - Dorfprojekt (Muden & Keates Drift)

Heute waren wir mit Karel im Dorfprojekt unterwegs, um die drei Vorschulen zu besuchen. Am Vormittag stand dafür erst mal ein Einkauf im Grossmarkt an. Bei den Mengen, die Karel für die Vorschulen auf den Warentrolley legte, war schnell klar, wieso Karel meinte, unser Auto sei zu klein und wir sollten doch lieber mit seinem Pick Up fahren. Die Ladefläche war auf jeden Fall voll, nachdem wir aus dem Geschäft rauskamen. :o) 

Super war, dass wir bereits im Grossmarkt filmen konnten. Dafür hat Mr. Aheer (Projektleiter in der Suppenküche) extra am Morgen auf uns gewartet und seine Mitarbeiter entsprechend informiert. Und mit viel Filmmaterial ging es dann auch in den Vorschulen bzw. auf dem Weg dorthin weiter. Ich war sehr überrascht, was sich in Muden bei der Vorschule getan hat - das ganze Gebäude war neu gestrichen, sie haben einen neuen und stabilen Zaun mit ordentlichem Tor, Toiletten und eine geflieste Fläche vor der Schule, auf der die Kinder ihre Mahlzeiten zu sich nehmen. Das ganze scheint eine Firma aus Südafrika finanziert zu haben, auch wenn ich nicht heraus finden konnte, welche Firma und mit welchem Motiv. Aber schön ist es auf jeden Fall geworden.

Auch in den beiden Vorschulen in Keates Drift hat sich einiges getan. Speziell in einer gibt es nun fast 50 Kinder, ein ganz schöner Wimmelhaufen. Was ich total schön, und auch überraschend, fand, war dass die Kinder in den Vorschulen weniger Berührungsängste hatten. Sie haben gelacht und gespielt und hatten ihre Freude mit unseren Kameras. Scheinbar ist es interessanter, je grösser die Kamera und das Zubehör ist, so dass vor allem Robert teilweise regelrecht umzingelt war. Trotzdem gab es schon erste Gelegenheiten für ein kurzes Interview mit Karel.

Da es in den vergangen Wochen recht viel in der Gegend um Greytown geregnet hat, ist alles im Moment schön grün. Überhaupt scheint die Wassersituation im Moment in weiten Teilen Südafrikas etwas entspannter zu sein, als im letzten Jahr. Es gibt aber immer noch grosse Regionen mit Dürre und auch im Kinderheim wird weiterhin Wasser gesparrt bzw. Regenwasser so gut wie möglich aufgefangen und z.B. für die Toilettenspülung genutzt.




2.+3. Feb 2019 - Ankunft in Greytown

Gestern sind Robert und ich endlich in Greytown angekommen. Der Empfang war, wie schon im vergangenen Jahr, sehr herzlich. Die Gastfreundschaft der Südafrikaner ist einfach fantastisch und beeindruckt mich jedes Mal und es ist schön, die Menschen rund um die Projekte wiederzusehen. 

Leider hat es Robert's Gepäck erst am nächsten Tag von Johannesburg nach Durban bzw. Greytown geschafft, so dass unser erster Weg im Kinderheim zur Näherei und dem Kleiderlager führte. Ein paar T-Shirts und andere notwendige Sachen waren aber bald gefunden, um den ersten Tag zu überbrücken. Zum Glück ist sein Rucksack wohlbehalten und mit komplettem Inhalt heute geliefert worden, so dass es nun mit unserem Filmprojekt losgehen kann.

Unser erster kompletter Tag in Greytown war bereits recht vollgepackt. Robert hat nach dem Afrikaans Gottesdienst bereits den Projektleiter vom Dorfprojekt in Muden & Keates Drift kennengelernt, Karel, mit dem wir kurz die ersten Details abstimmen konnten. Auch von Pieter (Director im Kinderheim) haben wir bereits hilfreiche Informationen für die Vorbereitung des Films bekommen.

Um einen Eindruck von Greytown zu bekommen, sind wir am Vormittag ein bisschen durch die Stadt geschlendert und sind am Nachmittag noch mit Freunden von Pieter und seiner Frau Rene am Stadtrand spazieren gegangen. Unter anderem ging es auf einen Hügel, von dem man einen tollen Ausblick auf die Stadt haben sollte. Da allerdings alles zugewachsen war, kletterten wir kurzerhand auf einen Art Aussichtsturm, der normalerweise genutzt wird, um Feuer in der Gegend frühzeitig zu sehen und melden zu können. Eine etwas wackelige Angelegenheit, aber von dort oben hatten wir dann tatsächlich einen guten Überblick und konnten sogar die Suppenküche und das Kinderheim sehen.